Wie alles begann …

Bevor ein Waisenhaus entstehen kann, muss es einen Menschen geben, der sich für diese Sache einsetzt und sie in die Hand nimmt. In diesem Fall ist es der Pastor Ernest Ahouignan. Hinter diesem Mann verbirgt sich eine spannende Geschichte.

Ein Mann – eine Geschichte

Diese Geschichte beginnt vor ungefähr 20 Jahren, als der Pastor noch ein junger Mann war und ganz andere Pläne mit seinem Leben hatte. Damals war er gerade fertig mit seinem Studium und hatte gute Aussichten auf einen erfolgreichen Arbeitsplatz. Doch Gott hatte anscheinend andere Pläne für ihn. Er sagte Ernest Ahouignan, dass er Pastor werden solle, womit dieser aber gar nicht einverstanden war. Warum sollte er jetzt, wo er eine guten Beruf hatte, mit dem er viel Geld verdienen konnte, Pastor werden? Er „überhörte“ diese Anweisung einfach. Doch so leicht ließ sich Gott nicht abschütteln. Nach einiger Zeit meldete er sich ein weiteres Mal bei ihm und hatte immer noch das gleiche Anliegen: Ernest Ahouignan sollte Pastor werden. Wieder passte ihm das überhaupt nicht. Doch selbst die Mitglieder seiner Gemeinde drängten ihn dazu, Gottes Ruf zu folgen. Daraufhin entschloss er sich, seine Gemeinde nicht mehr zu besuchen und seine Region zu verlassen.  Vielleicht konnte er so diesem hartnäckigem Ruf entkommen. Doch es kam alles anders als erwartet. Auf der Fahrt kam er mit seinem Auto von der Straße ab, es raste einen Abhang hinunter, überschlug sich und endete schließlich an einer Felswand. Er überlebte wie durch ein Wunder und lag danach einige Zeit im Krankenhaus im Koma. Doch bis heute erinnert er sich genau daran, was er im Moment des Unfalls aus vollem Leib schrie: „Oh meine Kinder!!!“ Später im Krankenhaus meldete sich Gott wieder bei ihm, nachdem er aus dem Koma erwachte. Die Stimme, die Ernest Ahouignan hörte, sagte: „Beim Unfall hast Du gerufen ‚Oh meine Kinder!‘ Und was ist mit denen, die nicht dieses Glück hatten wie Du? Was ist mit deren Kindern?“

Ein unglaubliches Projekt beginnt

Nach diesem eindrücklichen Erlebnis konnte er Gott nicht mehr länger ignorieren. Das war der ausschlaggebende Punkt, durch den er erkannte, dass es an der Zeit war, in seinem Leben und auch in dem Leben andere etwas zu verändern. Ernest Ahouignan fand sich danach mit einer Gruppe junger Christen zusammen, die wie er etwas verändern wollten. Aus dieser Gruppe heraus gründete er 1999 die Organisation ASPAB – Benin (Association de Solidarité et de Promotion des Actions à la Base ). Sie sollte eine Hilfsorganisation sein, die sich in verschiedenen Bereichen engagiert, in denen Hilfe dringend benötigt wird, beispielsweise bei Witwen, Waisenkindern und Frauengruppen. 2001 wurde ASPAB offiziell vom Staat anerkannnt.

[Schaubild Organisationsstruktur]

Das »Centre Tabitha Dorcas« entsteht

Aus dieser Struktur heraus gründete Ernest Ahouignan,  der mittlerweile wirklich Pastor geworden war, 2011 das Waisenhaus „Centre Tabitha Dorcas“.  Alles begann in einem kleinen Wohnhaus mit 35 Kindern. 25 davon lebten direkt im Waisenhaus, die anderen unterstützte der Pastor außerhalb in Gastfamilien. Alle Kinder schliefen gemeinsam in einem kleinen Zimmer auf dem Boden und mussten sich eine Toilette und zwei Duschen teilen.

                                                   

Mit den Jahren wuchs das Waisenhaus, zumindest was die Anzahl der Kinder anging. Leider wuchs das Haus nicht mit. So wurde der vorhandene Platz zunehmend weniger, die Kinder aber immer mehr. Der Pastor merkte schnell, dass es so auf Dauer nicht weitergehen konnte, er aber weiterhin Kinder aufnehmen wollte. Diese Notwendigkeit erkannte auch die Partnerorganisation Kinderhilfe Westafrika e.V. Sie stellte den Kontakt zu “ Ein Herz für Kinder“ her. So wurde zuerst ein Gelände gekauft und im Jahr 2016 begann dann tatsätsächlich der Bau eines neuen Waisenhauses, ermöglicht durch diese Spende.

                                                    

Ein Zuhause und Zukunft für viele Kinder

Seit Oktober 2016 können die Kinder im neuen Waisenhaus leben, das von einem großen Gelände umgeben ist, auf dem sich mittlerweile ausreichend Toiletten und Duschen, ein Küchengebäude und ein Bürogebäude befinden. Alle Kinder sind in mehreren Zimmern untergebracht und schlafen in einem eigenen Bett. Das neue Waisenhaus kann 60 Kindern ein Zuhause bieten. Mittlerweile leben hier bereits über 60 Kinder, ca. weitere 300 Kinder werden in Gastfamilien unterstützt und es werden immer mehr.

Der Pastor hat mit diesem Haus eine Zuflucht und unbezahlbare Hilfe für viele beninische Kinder geschaffen, die sonst keine Perspektive hätten und auf der Straße enden würden. Doch durch das Waisenhaus Tabitha Dorcas finden sie zurück ins Leben.

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